Risiken eines „Steuersparmodells“ durch Erwerb einer Eigentumswohnung

Häufig werden durch Vermittler Interessenten sogenannte Steuersparmöglichkeiten angeboten und zwar mit der Maßgabe, dass man durch Kauf und Fremdvermietung einer Eigentumswohnung die eigene Steuerlast erheblich senken kann. Argumentiert wird häufig, dass durch die Vermietung praktisch die Finanzierung gesichert ist. Auch wenn nahezu regelmäßig bei den Interessenten kein Eigenkapital vorhanden ist, werden die Finanzierungsdaten geprüft und häufig kommt der Vermittler zu dem Ergebnis, dass sich dieses „Steuersparmodell“ doch lohnt und eine in guter Lage befindliche Wohnung steht dann auch zur Verfügung.

Vom Beratungstisch des Vermittlers weg, geht es dann relativ schnell zum Notar, manchmal auch am Wochenende oder nach 18.00 Uhr. Dort wird dann ein bindender Kaufvertrag beurkundet, häufig gehen die überraschten und überforderten Interessenten davon aus, dass es sich lediglich um eine unverbindliche Reservierung handelt. Nach dem Notartermin ist der Interessent dann plötzlich Eigentümer einer Immobilie, ohne dies überhaupt erkannt zu haben. Erfolgt sodann die Aufforderung zur Zahlung des Kaufpreises gibt es ein böses Erwachen. Mit solchen Vorgehensweisen haben sich zwischenzeitlich diverse Gerichte beschäftigt und Entscheidungen zugunsten der betroffenen „Steuersparer“ getroffen. Danach mussten die betreffenden Verkäufer der Rückabwicklung der Verträge zustimmen und sie wurden zum Schadenersatz verurteilt. In ihren Entscheidungen stellten die Gerichte dann fest, dass es den Vermittlern tatsächlich gelungen ist, bei den Anlegern einen falschen Eindruck über die tatsächlichen monatlichen Kosten entstehen zu lassen.

 

Kosten & Risiken beim Kauf von Eigentumswohnungen als Steuersparmodell

Der wesentliche Inhalt der Beratung eines seriösen Vermittlers besteht darin, den monatlichen Eigenaufwand des Interessenten der zur Finanzierung des Erwerbs der Eigentumswohnung erforderlich wäre, zu ermitteln und dies dem Interessenten auch darzustellen. Der Interessent, der die Immobilie zu Anlagezwecken bzw. als Steuersparmodell erwerben will, muss wissen welche Aufwendungen er zu erbringen hat, um das Objekt nicht nur zu erwerben sondern auch halten zu können. Die Ermittlung des monatlichen finanziellen Eigenaufwandes bildet das Kernstück der Beratung durch den Vermittler.

 

Beratung zu laufenden Kosten beim Immobilienkauf oft mangelhaft

Die Beratung zu Kosten und Risiken beim Immobilienkauf soll dem Käufer die Möglichkeit einräumen, seine finanziellen Möglichkeiten zu erkennen, um dann zu entscheiden, ob er das Objekt erwerben will und halten kann. Gerade die Ermittlung dieses monatlichen Eigenaufwandes wird aus gewinnträchtigen Gründen manchmal durch den Vermittler fehlerhaft durchgeführt. Wer meint, einem derartigen Steuersparmodell aufgesessen zu sein, sollte sich unverzüglich anwaltlicher Hilfe bedienen.

Rechtsanwalt Torsten Schuster

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht